Da wir noch nie im Dschungel waren können wir gar nicht sagen ob wir uns in einem tropischen Wald befanden oder ob wir uns in einem richtigen Dschungel aufhielten. Auf jeden Fall war es heiss, schwül, dicht bewachsen und wir waren umgeben von exotischen Geräuschen wie z.B. von lärmenden Brüllaffen. Unser nächstes Ziel nach Aqua Azul war Palenque, eine archiologische Ausgrabundsstätte, wie wir sie uns immer vorgestellt hatten. Ruinen, die hunderte von Jahren vergessen im Dickicht der Bäume, auf ihre Wiederentdeckung warteten. Leider hatten wir an unserem Besichtigungstag bewölkten Himmel was einerseits ganz angenehm war, wegen der Hitze,  aber anderseits nicht viel für unsere Fotos hergab. Die tolle Lage von Palenque zwischen dem Bergland von Chiapas, den Ausläufern der Selva Lacandona und der Ebene von Tobasco machten diese zu einer strategisch wichtigen Mayastätte. Laut Reiseführer sind seit der Entdeckung Palenques, dessen ursprünglicher Name nicht eindeutig bekannt ist, erst gut 1/10 freigelegt. Indiana Jones und Laura Croft hätten hier ihre ware Freude. Die ersten Ausgrabungen fanden bereits im Jahre 1786 statt. Wir näherten uns dem Tempel der Inschriften indem Alberto Ruz Lhuillier 1949 das erste Pyramidengrab der Maya entdeckte. Wir setzten unseren Rundgang fort. Sonnentempel, Kreuztempel und Tempel des Blattkreuzes wurden von uns bestiegen um die tlw. gut erhaltenen Reliefs bewundern zu können. Nachdem der Tempel der Inschriften, in welchem sich das Grab des bedeutensten Herrschers von Palenque befindet nicht besichtigt werden kann war für uns der Palast der Höhepunkt dieser Exkursion. Normalerweise könnte man sich für die Grabstätte von “Pacal der Große” eine Genehmigung im Bibliotheksgebäude, das sich beim Museum befindet, holen aber dies war leider zu unserer Zeit nicht möglich. Den Abschluß bildete das Museum mit seinen interessanten Exponaten. Es wurde Zeit bei diesen Temperaturen an die Karibikküste zu kommen. Mit Ruth und Marcel machten wir uns auf den Weg um am nächsten Tag 500 km runter zu spulen. Chetumal, an der Grenze zu Belize, wollten wir erreichen. Über eine meist monotone ebene Landschaft, links und rechts der Straße nur Büsche, Gestrüpp und niedrig wachsende Bäume, erreichten wir kurz vor der Dunkelheit die Küste. Am nächsten Tag dann nocheinmal gut 200 km bis nach Tulum. Hier wollten wir fürs erste einmal ausspannen vom anstrengenden Reisen. Wir fanden einen tollen Platz in Tulum Cabánas, was nicht ganz so einfach war, und machten es uns ersteinmal gemütlich. Feinster weißer Sand, Palmen und ein türkisfarbenes Wasser, was wir vorher in dieser Intensität nocht nicht gesehen hatten. Man darf sich das nicht so vorstellen als seien wir, wie Robinson Cruso, an einem einsamen Strand angelandet. Nein es reihen sich Grundstücke mit Cabánas (einfache Bambushütten die vermietet werden) aneinander wie Perlen an einer Kette. Wir haben uns eben auf solch einem Grundstück, gegen eine Gebühr niedergelassen. Es war nicht überlaufen und hatten unsere Ruhe bis, ja bis wir an dem Abend vom Einkaufen zurückkamen. Plötzlich stand ein Zelt auf dem Stellplatz von Ruth und Marcel. Das mit stark französischem Akzent sprechende Paar, mit ihren drei kleinen Kinder, weigerte sich wehement denn Platz zu verlassen obwohl sie während unserer Abwesenheit von unserem Nachbarn darauf aufmerksam gemacht wurden das sich dort bereits jemand hingestellt hat. Marcel parkte so nahe es ging mit dem Fahrzeug am Zelt unserer jetzigen direkten Nachbarn. Am nächsten Tag war der Ärger verflogen aber Freunde werden wir sicher nicht werden. Um auf andere Gedanken zu kommen wollten wir Tulum, die meistbesuchteste Ruine aus der Majazeit, besuchen. Wir waren sehr enttäuscht da keine Möglichkeit bestand sich die Überreste näher anzuschauen. Alle Bauten waren mit Seile abgesperrt. Den Ärger mit dem Zeltnachbarn halbwegs vergessent dauerte es keine zwei Tage und es traff ein ehenmaliger blauer Schulbus ein der als Wohnmobil umfunktioniert wurde. Wir wissen bis heute nicht wieviel Leute darin reisten aber sie waren Freunde von unseren unliebsamen Paar. Es kommt noch besser. Wiederum drei Tage später traf ein grüner Doppeldecker aus England ein, die laut Aufschrift, schon seit 1997 unterwegs sind und sich ihre Reise mit Akrobatikdarstellungen finanzieren. Diese Leute, auch deren Personenzahl blieb uns verborgen, kannten die Leute aus dem blauen Schulbus. Vielleicht kann man sich jetzt vorstellen was auf diesem kleinen Platz loswar. Gott sei Dank traffen am Vorabend  Cregi, Bausi, Paul, Petra und Harald ein die einen gute Tip erhalten hatten. Ca. 14 Kilometer entfernt sei ein schöner Stellplatz, kaum Leute ruhig und noch dazu gratis. Paul, Harald und Petra fuhren voraus und kamen nicht wieder zurück was bedeutete das der Ort toll sein musste. Uns viel der Abschied jetzt nicht mehr schwer den ein ruhigerer Platz wartet auf uns. Wir verbrachten ein paar Tage mit den anderen an dem Traumstrand bevor sich unsere Wege trennten. Cregi, Bausi, Petra und Harald blieben noch dort, ihr Ziel heist Südamerika. Paul wollte sich am nächsten Tag verabschieden, er fährt wieder zurück in die USA und Ruth und Marcel brachen ebenso am heutigen Tag auf um nach Belize zu fahren. Ihr Ziel wird ebenso Südamerika sein. Für uns heist es ebenfalls sich auf den Weg zurück in die USA zu machen was  schon ein wenig sentimentale Gefühle auslöste. Ek Balam, eine weitere Ruinenstadt die vom Massentourismus, bis jetzt, verschont blieb wollten wir heute noch erreichen. Kurz nach drei kamen wir, abermals über eine sehr monotone Landschaft, an. Es war noch genügend Zeit vorhanden um diese Mayastätte genauer unter die Lupe zu nehmen. Verschont vom Tourismusströmen konnten und durften wir die alten Bauten besteigen und erforschen. Die Attraktion in Ek Balam ist zweifellos das mit Stuckreliefs verzierte Portal das sich in der Hauptpyramide “La Torre” befindet. Erst 1998 wurde der, mit Skulpturen, detailreichem Fries und grandios verziertem Dekor der in die Pyramide führende, Eingang entdeckt. Am nächsten Morgen ging es für uns nach Uxmal (Uschmal gesprochen). Auf dem Weg lag Dzitnup mit der gleichnamigen Cenote. In diesem Fall eine Grotte von dessen Decke dünne Wurzeln und Tropfsteine hingen die sich im Laufe von Jahrhunderten gebildet haben. Durch einen kleinen Durchbruch in der Decke drang Tageslicht in die Höhle. Das interessante an der ganzen Sache ist das die Grotte mit Süßwasser gefüllt ist und wir uns darin ein erfrischendes Bad gönnten denn die Temperatur lag inzwischen bei gut 33° C gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit. Am späten Nachmittag erreichten wir Uxmal und schauten uns um 7.00 Uhr abends die Lichtshow an die in den Ruinen aufgeführt wurde. Mit mehreren Schulklassen saßen wir 45 Minuten auf einer Steintreppe, der Ar.... tat uns ziemlich weh, und liesen uns in das Reich der Maya zurückversetzen. Am nächsten Tag besichtigten wir bei leicht bewölkten Himmel die Ruinen. Die im überwiegenden Puuc Stil erbaute Anlage verfolgt eine Symetrie die wir bis jetzt bei keiner anderen archiologischen Ausgrabungsstätte der Mayas sahen konnten. Die Pyramide des Zauberers fällt hingegen mit seiner ovalen Grundform aus dem strengen Architekturstil. Von 800-1.000 n. Chr. erlebte Uxmal, unter den Mayas, ihre Blütezeit. Um 1.200 erfolgte die Toltekische Invasion. Die früheren Bewohner verliesen Uxmal und die Xiu, die ihren Wassergott Quetzalcóatl einführten regierten weitere 300 Jahre. Nach 3 Stunden hatten wir genug gesehen und ab jetzt ging es für uns erst wieder südwärts. Am Golf von Mexico fuhren wir durch Villahermosa, Veracruz um an der Emeraldcoast, bei Nautla, einen Zwischenstop einzulegen. Über Poza Rica, Tuxpan, Tampico und Ciudad Victoria näherten wir uns der US-Grenze. Die Landschaft war anfangs recht abwechslungsreich wurde aber im laufe immer monotoner. Bei den Straßen verhielt es sich ähnlich, tlw. mißerabel und dann wieder so glatt und eben wie ein Babypopo. Am 15.03, nach 3 1/2 Monaten, passierten wir die Grenze nach Texas.