Je näher wir Mexico-City kamen desto brauner wurde die Luft. Trabantenstädte links und rechts der Schnellstraße. Straßenzüge hunderte Meter lang auf denen ein und die selben Häuser, aufgereiht wie an einer Perlenschnur, nebeneinander stehen, Wassergräben in denen sich dunkle und brackige Flüssigkeit befindet. Die Krake Mexico-City hat ihre Arme schon weit über die Stadtgrenze hinaus ausgestreckt. Bettina lotste uns wieder, wie ein routinierter Profi, nach Teotihuacán wo wir uns auf den gleichnamigen Trailerpark niederließen. Mit Cregi und Bausi, zwei liebenswerten Schweizern und Paul  aus Hamburg, der alleine mit seinem VW-Bus unterwegs ist, machten wir uns am darauf folgenden Tag auf den Weg das bedeutenste Kulturzentrum und die damals größte Stadt Mesoamerikas anzusehen. Teotihuacán besitzt, mit der Sonnen- und Mondpyramide die wohl höchsten Bauwerke der damaligen Zeit. Auf der Straße der Toten, die 2 km lang ist gelangten wir zur Mondpyramide die wir ebenso erklommen haben wie die Sonnenpyramide mit ihren 70 m. Von der Mondpyramide hatten wir einen fantastischen Überblick über die gesamte Anlage die bei weitem noch nicht komplett frei gelegt ist. Am nächsten Tag ging es mit dem öffentlichen Bus und der Metro ins Zentrum von Mexico-City. An der Haltestelle Hidalgo ging es wieder nach oben um mit dem Stadtbus zum Antroplogischen Museum zu fahren. Hier wird eine Großzahl von einmaligen Exponaten aufbewahrt die bei Ausgrabungen, in archiologischen Stätten, gefunden wurden. Nach drei Stunden war der Kopf voll und die Füße schwer. Wir wollten noch was vom alten Kern der Stadt sehen und machten uns erneut mit dem Stadtbus auf den Weg zum Zócalo. Bevor wir zur Haltestelle kamen sahen wir in der Nähe des Museums, in einer Parkanlage, fliegende Menschen. Diese hängen an einem aufgerolltem Seil und werden von einem etwa 20 Meter hohem Mast, in etwa 13 Kreisbewegungen, durch das sich abrollende Seil, zu Boden gelassen. Diese zeromonelle Handlung geht auf die Totonaken zurück. Wir erreichten den Platz der Verfassung, der mit 220 x 240 m, Amerikas größter Stadtplatz ist. Im Norden die Catedrale und die Sagrario Kirche, im Osten der Palacio Nacional, im Sueden das Antiguas Departmentos del D.F. und im Westen die beiden Hotels Majestic und das Grand Hotel Cd. de Mexico. Während wir uns die Kirchen anschauten drangen vom Zócalo Trommelgeräusche in die Gebetsräume. Als wir hinausgingen sahen wir indigene Geisterbeschwörer die mit ihrem prachtvollen Kopfschmuck versuchten zu den Klängen der Trommel sich in Trance zu tanzen.
Ein Land der Gegensätze. Wir machten uns zu Fuß auf den Rückweg. Erst auf der Madero um dann auf die 5. de Mayo zu wechseln. Über den Parque de Alamenda und dann zurück zur Metrostation. Eigentlich ist ein Tag für diese Rießenstadt zu wenig. Am übernächsten Tag hieß es für uns die zweistellige Millionenstadt großzügig zu umfahren; denn erstens waren wir der Meinung das wir uns vermutlich voll verfahren würden und zum zweiten durften an diesem Tag keine Autos mit der Endziffer 0 und 9 in dem Großraum Mexico-City bewegt werden, was für uns zutraff. Wir wichen in östlicher Richtung aus um uns am Nachmittag mit Cregi und Bausi in Amecameca zu treffen da wir hier das Permit für die Befahrung bis zur La Joya am Iztaccihuatl, der sich gegenüber vom Popocatépetl befindet, zu bekommen. Die beiden warteten bereits seit 1 1/2 Stunden auf uns aber die Umfahrung dauerte einfach länger als geplant. Es gibt Tage da würden wir gerne Mexico verlassen und so ein Tag war heute. Wir sind jetzt wirklich schon viele Kilometer in den letzten Monaten gefahren und haben schon manche brenzlige Situation gemeistert aber heute waren wir beide mal wieder von der Fahrweise und dem immensen Verkehr so derartig genervt das wir froh waren in die Berge zu kommen um etwas Ruhe zu genießen. Auf knapp 4.000 Metern errichteten wir unser Camp. Es war ruhig und kühl, was für eine Wohltat. Am darauffolgendem Tag, es sind immerhin 2.000 Höhenmeter Unterschied zu Mexico-City, wollten wir uns an die Höhe anpassen da wir für den morgigen Tag geplant hatten bis zum Refugio Nueve aufzusteigen. Am nächsten Morgen herrlicher Sonnenschein und wir machten uns zu dritt auf den Weg den drittgrößten Berg Mexicos tlw. zu besteigen. Cregi blieb bei den Fahrzeugen da es ihr gesundheitlich nicht so gut ging. Als wir losmarschierten sahen wir die ersten Wolkenschwaden vom Tal hochziehen. Im laufe der Zeit wurden diese immer dichter und wir konnten von unserer Umgebung kaum noch etwas sehen. Bei 4.400 Meter beschlossen wir umzudrehen da eine weitere Besteigung keinen Sinn machte. Am 13. Februar trennten sich, am Paso de Cotes, unsere Wege. Wir wollten nach Oaxaca und die anderen nach Acapulco. Über eine ungeteerte Straße ging es hinunter Richtung Osten nach Cholula. Wir umfuhren auf einer Umgehungsstraße Puebla, kamen am VW-Werk vorbei um uns dann Richtung Tehuacan zu halten. Die Landschaft wurde wieder abwechslungsreicher und interessanter. Links  tauchte der Pico de Orizaba mit seinen 5.610 m auf. Mexicos höchster Berg. Laubbäume, Kaktenwälder, blühende Bäume und Büsche warben abwechselnd um unsere Aufmerksamkeit. Wir erreichten Oaxaca und trafen auf dem gleichnamigen Trailerpark Sonja, Michael und Marcel mit seiner Frau Ruth. Wir erkundeten die Stadt und schauten uns Monte Alban an, angeblich die schönste und größte Zapoteken Stadt. Von hier oben hatten wir einen tollen Rundumblick auf das umliegende Land. Was nicht unerwähnt bleiben soll ist das Museum von Oaxaca das sich in einem sehr schön restauriertem Kloster befindet. Sonja und Michael begaben sich wieder nach Norden, vermutlich werden wir uns erst wieder in Deutschland sehen. Ruth und Marcel wollten nach Puerto Escondido. Wir hingegen fuhren auf einer außerst kurvenreichen Strecke hinunter nach Puerto Ángel. An einem Tag schafften wir es nicht hinunter zum Pazifik und so hielten wir neben der Straße auf einem einigermaßen geraden Platz um dort die Nacht zu verbringen. Am Vormittag erreichten wir die Küste und waren etwas entäuscht. Für unseren MANi fanden wir keinen Strandzugang weder in Puerto Ángel noch in Zipolite. Durch Zufall und Gespür fanden wir La Ventinilla das jetzt vom Tourismus lebt und noch vor 20 Jahren Lederschildkröten zu tausenden abgeschlachtet hatte. Wir gingen mit einem Führer zur  nahegelegene Lagune um dort mit einem Boot die freilebenden Krokodile und Schildkröten zu beobachten. Für die eine Nacht durften wir unseren MANI bei Vincente parken der in dem Dorf lebt und sich jetzt der Aufzucht von Schildkröten verschrieben hat. In Huatulco, der vorerst letzten  Herausforderung der mexikanischen Tourismusbehörde legten wir einen weiteren Stopp ein. Hier bekamen wir hautnah zu sehen und zu spüren was der Unterschied ist zwischen Individualreisen und Pauschalarangement Wir bleiben lieber bei unserer Art des Reisens das uns nach San Cristobal brachte. Der nette Ort mit seinem bekannten Markt liegt in Ciapas dem ärmsten Bundesstaat Mexicos. Viele in Tracht gekleidete indegene Einwohner kaufen und verkaufen ihre Waren am Mercado Municipal. In Guatemala sollen zwar die Märkte noch bunter und schöner sein aber wir waren schon von diesem begeister. Zu unserer Freude traffen wir wieder Ruth und Marcel und lernten ein weiteres Ehepaar aus der Schweiz kennen die sich schon seit fünf Jahren in der Weltgeschichte, mit ihrem IVECO, herumtreiben. Dorle und Wolfgang hatten auch dementsprechend viel zu erzählen. Die beiden werden weiter Richtung Baja fahren und wir werden  mit den beiden anderen nach Aqua Azul aufbrechen. Die Temperatur legte wieder zu und ebenso die Luftfeuchtigkeit. Wir waren froh bei den Wasserfällen angekommen zu sein. Es wird zwar gewarnt das es zu Diebstählen und auch schon zu Überfällen gekommen sei aber davon wollten wir uns nicht abschrecken lassen. Nachdem wir unseren Eintritt bezahlt hatten wollte nach einer weile ein Junge, der vielleicht acht oder neun Jahre war, eine Stellplatzgebühr. Uns wurde gesagt das wir keine Gebühren mehr zu bezahlen hätten und das teilten wir dem Jungen mit. Er kam immer wieder und wollte 20 Peso bis Bettina und Ruth mit ihm zum Touristenoffice gingen und die Sache ein für allemal klärten. Keine Peso. Das Wasser  läuft über Kalkstein in türkisfarbene Pools die nur so zum Baden einluden. Wir ließen uns nicht lange bitten den unsere nächste Begegnung mit dem Wasser wird erst wieder in Tulum an der Karibik sein.