Die Tage auf der Baja liegen hinter uns. Fast zwei Monate waren wir auf ihr und haben sie auch lieben gelernt. Eine Liebe muß wachsen und den Anfang haben wir gemacht. Mal sehen wann wir unser Verhältnis das nächste mal weiter vertiefen werden. Für den 26.01.06 haben wir die Überfahrt auf das Festland gebucht. Pichilinque - Topolobampo in 5 Std. mit Bajaferries. Unser Schiff, die California Star, legte fast pünktlich um 15.00 Uhr ab. Die Überfahrt gestaltete sich ruhig trotzdem hatte Bettina leichte Probleme. Das Essen schenkten wir uns machten es uns aber in den Pullmansitzen bequem  und klotzten zwei DVD´s an die auf spanisch ausgestrahlt wurden. Eigentlich sollte das Schiff gegen 20.00 Uhr in Topolobampo ankommen. Um diese Uhrzeit  war aber weit und breit noch kein Land in Sicht. Erst um 22.00 Uhr sahen wir die Lichter vom Hafen, eine weitere 3/4 Stunde benötigten wir um das Schiff zu verlassen. Das mexikanische Festland war erreicht. Große Lust einen Stellplatz zu suchen hatten wir beide nicht und so fragten wir ob es möglich ist im Hafengelände die Nacht zu verbringen. Wir waren sicherlich nicht die ersten die diese Frage gestellt hatten denn uns wurde gleich ein Platz zugewiesen wo wir etwas abseits vom Durchgangsverkehr standen. Am nächsten Tag, ging es bei bewölkten Himmel, Richtung Los Mochis um dort auf die  Schnellstraße nach Mazatlán zu gelangen. Die Strecke ist langweilig und öde. Landwirtschaftlich genutzte Flächen wohin man schaut. Kilometerlange Maisfelder deren Ende wir nur erahnen können. Die Küste bekommen wir nur zwei- dreimal zu sehen. Zu unserer Überraschung fängt es auch noch an zu Regnen. Man sollte meinen nach Monaten der Trockenheit eine willkommenen Abwechslung für uns aber dem war nicht so. Kurz vor Mazatlán bogen wir rechts ab zur Hotelzone. Ein Komplex neben dem anderen den Strand bekommen wir nicht zu Gesicht. Drei Sackgassen führten zum Meer an denen keine Parkmöglichkeit besteht und uns, per Hinweisschild, unmissverständlich klar gemacht wird das Campen hier verboten ist. Wir fuhren zum Yachthafen haben aber auch dort kein Glück das heißt eigentlich hatten wir schon Glück den ein Sicherheitsangestellter des Hafens zeigte uns, nach dem Bettina ihn gefragt hatte, einen Platz wo wir die Nacht ungestört verbringen konnten. Am nächsten Tag ging es bei Schmuttelwetter Richtung Landesinnere. Wir quälten uns durch die verschmutzten Straßen von Mazatlán und waren froh diesen Touristenort hinter uns gelassen zu haben. Auf der #40 fuhren wir nach Nordosten. Durango, unser heutiges Ziel, liegt etwas mehr als 300 km östlich von Mazatlán entfernt. Über unzählige Kurven gelangten wir hinauf in das Hochland. Die Aussichten wurden immer spektakulärer obwohl die Wolken tief in den Bergen hangen. Den Höhepunkt bildete die “El Espinazo del Diablo” die Wirbelsäule des Teufels. Ein etwa 10 km langer Streckenabschnitt der gut 20 km nach La Ciudad beginnt. Einige hundert Meter geht es hinunter in die Tiefe. Wer hier von der Fahrbahn abkommt hat meist mit dem Leben abgeschlossen. Leitplanken und Steinmauern sind selten dafür stehen an den Curva Peligrosa (gefährliche Kurven) sieben, acht oder mehr Kreuze die daran erinnern das mancher Autofahrer ein Opfer des Teufels wurde. Die Kehren sind manchmal so eng das LKW´s unsere Straßenseite benutzen um mit ihren Anhängern um die Kurve zu kommen. Manchmal blieb uns fast das Herz stehen, so hatte es uns auch nicht verwundert das wir, beim Befahren dieser Strecke, Zeugen einer Bergeaktion wurden. Ein LKW mit Trailer fuhr an einer Kurve geradeaus und stürzte den Abhang hinunter. Wir waren froh als wir die Hocheben erreicht hatten. Kiefernwälder säumten unseren Weg ebenso exotische Vögel die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Im Kontrast standen dann die Orte die wir passierten. Verschlammte Straßen, Holz- und Blechhütten die auf uns den Eindruck erweckten als würden sie gleich zusammenfallen. Wir erreichten kurz vor der Dunkelheit Durango. Im Straßengewirr der Stadt suchten wir nach dem Campo Mexico Hotel. Dort gibt es angeblich eine Möglichkeit, gegen Gebühr, mit dem Wohnmobil die Nacht zu verbringen. Wir suchten die Straße verfuhren uns fanden den Wal Mart, der aber zum Übernachten ungeeignet war und waren langsam, nach der anstrengenden Fahrt, genervt. Nach planlosem Umherfahren dann doch noch unser Erfolgserlebnis. Wir waren auf der richtigen Straße und dort links die Einfahrt zum Hotel. Als wir Umdrehen sahen wir gleich nebenan einen großen Parkplatz der zur Einkaufskette City Club gehört. Wir änderten kurzerhand unseren Plan und stellten uns  auf den großen kaum benutzten Parkplatz. Die Nacht war ruhig, Bettina war da anderer Meinung, was vielleicht auch am Nebel lag der uns am Morgen die Sicht nahm. Keine 50 Meter sahen wir. Im Laufe unseres Frühstückes kam aber immer mehr die Sonne durch. Auf der # 45 machten wir uns auf den Weg zu den Silberstädten Zacatecas und Guanajuato. Die Sierra de Zacatecas zeigt sich teilweise mit riesigen Joshua Trees aber auch die Farben braun, ocker und gelb sind wieder vorherrschend. Unser englischsprachiger Campingplatzführer empfiehlt ein stadtnahes Hotel auf dem man ebenfalls mit dem Wohnmobil übernachten kann. Nachdem wir mal wieder den Abzweig verpasst hatten lotste uns Bettina ohne weitere Umwege direkt zum Hotel del Bosque. Ein optimaler Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg die ehemalige Kolonialstadt in Augenschein zu nehmen. Ab dem 16. Jh war Zacatecas, nach Mexiko Stadt, die zweitwichtigste Einnahmequelle für die spanische Krone. Eine liebenswerte Stadt mit ihren barocken Kirchen, den bunten Häusern und den Pracht-bauten im kolonialen Stil. Am darauffolgenden Tag machten wir uns auf den Weg die zweite Silberstadt Guanajuato zu Besuchen. Eigentlich gibt es eine Umgehungsstraße von Aquascalientes die wir aber verpasst haben müssen. Wir fanden uns in der Einfallstraße wieder sahen auf unserem Weg ein Schild vom Wal Mart und tätigten einen kleinen Einkauf. Die hauseigene Bäckerei hatte eine große Auswahl an frischen Brotsorten und Gebäck. Was für eine Wohltat für das Auge und erst für die Geschmacksnerven die von dem ewigen Bimbobrot schon stark strapaziert waren. Wir quälten uns weiter durch die Stadt um nach Leon zu gelangen. Von dort war es nicht mehr weit. Guanajuato lag vor uns. Wieder ein Gewirr von Straßen und zusätzlich noch Tunnels an denen meist die Durchfahrtshöhe angegeben war aber mir die Angabe nicht so verlässlich erschienen da es sich meist um Rundbögen handelte. In Guanajuato war es vergleichsweise noch schwieriger unseren Ausgangspunkt, den Morill Trailer Park, zu finden. Von hier kann man in etwa 10-15 Min die Altstadt zu Fuß erreichen. Guanajuato war eine der ertragreichsten Silberstädte für das spanische Königshaus. Auch hier erwartet uns eine liebenswerte Kolonialstadt mit ihren vielen Kirchen den bunten Häusern, den überhängenden Balkonen, den kleinen schattenspendenden Plätzen und dem Museum der Mumien. Über hundert, in Glasvitrinen, ausgestellte Tode sind dort zu bestaunen. Empryos, Babys, Schwangere, Männer und Frauen wurden aus Platzgründen, der Friedhof wurde zu klein, aus ihren Gräbern geholt. Man stellte dabei fest das die salzhaltige Erde und die trockene Luft eine Verwesung fast unmöglich machte und so beschloss man kurzerhand ein Museum einzurichten. San Miguel de Allende sollte vor Mexiko City unsere letzte Kleinstadt werden die wir besichtigen wollten. Kaum 100 km entfernt von Guanajuato war es eine relativ kurze Distanz die uns auf kurvenreicher Streck, tlw. befanden wir uns wieder auf 2.600m ü.Null, dorthin führte. Sabine und Michael haben sich dort für mehrere Wochen ein Häuschen gemietet in dem sie uns eingeladen haben. Wir stellten auf einen Campingplatz, vor den Toren der Stadt, unseren MANi ab und fuhren mit dem Taxi in die Innenstadt. Uns erwartete ein Traumhaus, ein Atrium, Dachterrasse und ein eigenes Zimmer mit Bad. Ich sitze gerade auf der überdachten Terrasse und schreibe meinen Bericht bei frühsommerlichen Temperaturen. San Miguel de Allende befindet sich stark in amerikanischer Hand, was sich auch an den Preisen wiederspiegelt, besitzt nicht ganz den geschichtlichen Hintergrund wie die bereits besuchten Silberstädte bietet aber dem Besucher doch einiges an kulturellen Ereignissen. Wir werden ein paar Tage die Gastfreundschaft genießen bevor wir uns auf den Weg, Richtung Mexiko Stadt, machen und uns dann die ersten Pyramiden ansehen werden.