Endlich Californien. Was für ein Klang in unseren Ohren. Das Wetter hatte sich gebessert und so bekamen wir, bei herrlichem Sonnenschein, weitere Riesen, im Redwood NP, zu Gesicht wie z.B. den Big Tree. Ein kurzer Trail führte zu dem 1500 Jahre alten Baum der mit 93m Höhe, 20m Umfang und einem Durchmesser vom 6,60m ein stattliches Exemplar seiner Gattung darstellt. Ein weiterer sehenswerter Teil stellt der Lady Bird Johnson Grove dar und wird als Juwel bezeichnet. Der Wald soll sich noch in seinem natürlichem Zustand befinden. Auf unserem Rundgang, der etwa 1 Meile lang war, konnten wir die Bäume spüren, die Ruhe und die nicht existierende Zeit wahrnehmen. Nach unserem umfangreichen Sightseeing Programm wollte ich mal wieder schauen ob sich nicht eine Gelegenheit zum Kiten bietet. Ich hatte in Erfahrung gebracht Big Lagoone wäre dafür perfekt. Uns wurde nicht zu viel versprochen. Ein idealer Ort zum Kiten wenn genügend Wind herrscht. Der Windmesser zeigte mir nur 8-10 Knoten an und ich ging das Risiko ein den Schirm auf dem Wasser zu versenken. 20m² Kite aufgebaut, gestartet, ins Wasser gegangen, versucht rauszufahren, Wind eingeschlafen und Kite baden gegangen. So hatte ich es mir nicht vorgestellt, dafür bekamen wir einen schönen Stellplatz am Wasser. Unsere Fahrt führte uns durch Eureka nach Ferndale, die einen prächtigen Altstadtkern im viktorianischem Still besitzt. Ab hier ging es raus auf die Lost Coast, der wohl abgelegensten Küste Californiens, die mit dem Auto erreichbar ist. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Wir trafen Leon, 44 Jahre alt der mit seinen zwei Hunden, Moon und Louisiana in einem abgefuckten VW-Bus unterwegs ist. Er begann mitte der 80er zu Windsurfen und hat sich wohl dabei einen Bazillus eingefangen. Er tingelt zwischen Florida, Mexico und Oregon hin und her um den perfekten Tag zum Windsurfen zu finden. Am nächsten Morgen gab es Wind und Wellen und so gingen wir am Cape Mendosino, dem westlichstem Punkt Califoniens, zum Windsurfen. Ein mulmiges Gefühl begleitet mich. Steine, Haie, Seelöwen, böiger Wind und eine Strömung die seines gleichen suchte vereinfachten die Sache nicht gerade. Leon hatte schon seine liebe Mühe und ich erst recht. So richtig Spaß hatte es nicht gemacht und als der Besitzer oder Pächter von dem Grundstück kam, auf dem wir unsere Segel aufgeriggt hatten und uns zur Schnecke machte, weil wir irrtümlicher weise diese unerlaubt benutzten, war das Surfen für diesen Tag gelaufen. Leon war leider am nächsten Tag nicht auffindbar und so fuhren wir, ohne uns zu Verabschieden weiter nach Legget wo uns die 1 auf die Küste bringen sollte. Nach endlosem gekurve war es soweit, der Pazifik lag wieder vor uns. Jetzt befuhren auch wir die berühmte 1 Richtung Süden. Unsere nächsten Ziele  waren Mendosino. Ein bisschen 60er ist noch übrig geblieben. Über Port Arena, Gualala und Fort Ross ging es über kurvenreicher Straße an der Küste entlang. Wenn die Ausblicke nicht so schön wären würde ich jedem raten, der mit einem Wohnmobil unterwegs ist, vergesst die Straße und reist lieber auf dem Freeway Richtung Süden oder Norden. Aber so quälten wir uns an tiefen Abhängen entlang, steile Anstiege hinauf um gleich darauf in engen Kurven nach unten zu fahren. Wir spüren bereits die Nähe zu San Francisco. Wir hatten Glück sahen die Golden Gate im Sonnenschein und konnten am darauffolgenden Tag eine Stadtbesichtigung bei angenehmen Temperaturen machen. Über Pacifica und der Half Moon Bay ging es nach Santa Cruz. Ein Wellenreitspot par exzelant. Über Monterey fuhren wir nach Carmel wo wir einen Spaziergang unternahmen um uns die wunderbaren Häuser anzusehen. Bettina bekam eine kostenloses Immobilienzeitschrift in die Hand und so hätten wir unser künftiges Heim aussuchen können. Als wir dann die Preise sahen, Einstandspreise ab etwa 800.000 US $ besser wären aber so 2 Mio., sahen wir dann doch mehr Vorteile in unserem Womi als in einem festen Wohnsitz. Bei Kirk Creek hieß es für uns, Pazifik ade. Über eine steil ansteigende Bergstraße ging es durch den Los Padres Forest um dann anschließend ein Militärgebiet zu durchqueren für das man eine Durchfahrtsgenehmigung benötig. San Lucas, Coalinga und Lemoore lagen hinter uns. Eine topfebene trockene Fläche in Zentralcalifornien. Fresno ist die letzte große Stadt bevor man den Yosemite NP erreicht. Der NP bildet einen enormen Kontrast zu der, etwa 50 Meilen entfernten, Ebene. Jetzt umgeben uns Sequoias und dichter Nadelwald der auf über 2.500m immer noch gedeiht. Wir unternahmen eine Tageswanderung und waren von der Landschaft sehr begeistert. Über den Tiogapass, der auf fast 3.100m liegt, ging es ostwärts zum Death Valley. Wir machten einen Umweg über Bodie, einer echten Geisterstadt und fuhren dann über Big Pine in das Tal des Todes. Unterschiedlicher könnte das Programm nicht sein. Auch hier fanden wir eine abwechslungsreiche Landschaft die dem Besucher einiges zu bieten hat. Unseren MANi konnten wir wieder über Schotterpiste bewegen und waren von den angenehmen 28°C im Schatten begeistert.