Durch Sabine und Michael, die  wir bei der Verschiffung kennen gelernt hatten, bekamen wir den Hinweis das am 24. Dez. ein Globetrottertreffen  in Tecalote, das in der Nähe von La Paz liegt, stattfinden sollte. Wir meldeten uns im Internetforum bei Silvia und Christoph an, die sich die Mühe machten das Treffen ins Leben zu rufen. Um 9 Uhr wollten wir spätestens vom YoYo Campground losfahren da wir noch einige Erledigungen in La Paz vornehmen wollten, unter anderem Weihnachtsgrüsse per E-Mail versenden, einkaufen und die neuen Daten für das Internet auf den Server laden. Die Daten konnte ich nicht einstellen da die Übertragungsrate so niedrig war das ich das ganze nach 1 1/2 Std. abgebrochen habe. Über die Umgehungsstraße wollten wir hinaus, Richtung Fährterminal, da wir befürchteten in La Paz herrscht zu starker Verkehr. Wir fuhren die selbe Strecke zurück auf der wir nach La Paz gekommen waren um am Ortsrand auf die Umgehungsstraße zu gelangen. Nach einigen Kilometern tauchte vor uns ein alter LKW auf der Wasser transportierte und sich bei Steigungen quälen musste. Es ergab sich keine Gelegenheit zum Überholen und so genossen wir die langsame Fahrt und bewunderten die kahlen Berge. Wir erreichten die Kreuzung wo von links die Straße aus La Paz kommt und weiter geht nach Pichilingue bzw. Tecalote. Der Wassertransporter bog natürlich auch rechts ab, wie sollte es anders sein. Ich bremste unseren MANi herunter, da wir Vorfahrt gewähren mussten, bog auf die Vorfahrtsstraße, schaute in den Rückspiegel, setzte meinen linken Blinker zum Überholen, da sich gerade die Gelegenheit bot und scherte aus. Als wir etwa auf der Hälfte der anderen Fahrbahn waren kam von hinten ein Sattelzug angeschossen den ich bereits auf der Umgehungsstraße, kurz vor der Kreuzung, mit weitem Abstand im Rückspiegel sah. Dieser berührte unser linkes Heck und streifte unsere Seitenwand. Ich lenkte instinktiv wieder nach rechts und sah noch aus den Augenwinkel wie sich der Truck links in den Graben verabschiedete der etwa 2m nach unten abfiel. Zu meiner Überraschung überschlug sich der LKW nicht was vermutlich daran lag das er erstens keine Waren geladen hatte und zweitens der Untergrund so tief war das das Fahrzeug noch eingesunken war. Ich vermute das der Fahrer keine Anstalten gemacht hatte um an der Kreuzung abzubremsen denn er rauschte uns, nach etwa 200-300m nach der Kreuzung, ins Heck . Durch die eine Seite der geteilten Frontscheibe sprang der Beifahrerheraus, ein zweiter Mexikaner folgte gleich darauf. Ich wurde erst einmal beschuldigt das ich den Unfall verursacht hätte. Meine Erwiderung darauf war nur er solle die Polizei rufen. Bettina blieb, weiß wie die Wand und verstört im MANi sitzen. Ich weis nicht wie lange wir auf die Polizei gewartet haben, 1 Stunde vielleicht. Inzwischen holte ich unsere Fotokamera aus dem Fahrzeug und schoss aus jeder erdenklichen Einstellung Bilder. Bettina hatte sich vom ersten Schock erholt, stieg aus und begutachtete den Schaden. Später meinte sie das sie nach dem Aufprall des LKW´s dachte unser Heck liegt auf der Straße verteilt. Nachdem sich von der Polizei noch niemand sehen ließ sprach Bettina einen Passanten an ob er noch einmal bei der Polizei anrufen könnte. Endlich erschien ein graumelierter uniformierter mit seinem Fahrzeug und der LKW-Fahrer sowie dessen Beifahrer stürmten gleich auf ihn zu. Ein weiteres mal standen wir da wie die Deppen, verstanden kein Wort und hofften das der Polizist einen Gerechtigkeitssinn besitzt. Wir harten der Dinge und ließen der Sache erst einmal ihren Lauf. Während wir beteiligungslos rumstanden hielt ein Pickup neben uns. Wir wurden auf englisch angesprochen ob wir Hilfe benötigen. Liebend gerne nahmen wir das Angebot an da unser freundlicher Helfer noch fließend spanisch sprach und uns somit als Übersetzter diente. Er fragte uns ob irgendwelche Schmiergelder geflossen seien da dies an der Tagesordnung sei. Wir hatten davon nichts gemerkt oder gesehen außerdem ist ein englisch sprechender Polizist bereits auf dem Weg was die Annahmen nicht gerade verstärkte das irgenwelche Vorderungen noch gestellt werden. Nach weiterem warten traf dieser am Unfallort ein. Inzwischen hatte ich unseren MANi, nach polizeilicher Anordnung, auf die Seite gefahren und begutachtete unseren Schaden. Das schlimmste waren die beschädigten Abdeckkappen an den Achsen. Beide leckten und stinkendes Differenzialöl trat aus. Nicht in riesigen Mengen aber doch soviel das eine längere Fahrt nicht möglich wäre. Der englisch sprechende Gesetzeshüter wollte unsere Haftpflichtversicherung für Mexiko sehen, rief darauf hin bei der Versicherung an und bestellte einen Vertreter der Gesellschaft, welcher in La Paz sitzt, zum Unfallort. Wieder warten. Der ältere Polizist und unser Übersetzer aus Israel verabschiedeten sich und wir wünschten uns gegenseitig frohe Weihnachten. Langsam wurde ein Protokoll geschrieben und der Besitzer des LKW´s erschien ebenfalls am Unfallort. Irgendwann war auch der Bericht fertig geschrieben und gestempelt ebenso das Protokoll von Senior Leon, dem Versicherungsvertreter aus La Paz. Im Polizeiprotokoll stand das wir nicht schuld an dem Unfall waren aber was hilft es wenn der LKW-Eigner nicht versichert ist. Franko, der Besitzer des LKW´s fragte mich noch ob ich ihnen behilflich sein könnte den Truck wieder flott zu bekommen. Über einen Weg fuhr ich hinunter positionierte unseren MANi vor dem Truck und versuchte das Teil wieder frei zu bekommen. Nachdem ich drei Bergegurte abgerissen hatte gab ich auf. Wir wollten nur noch weg. Die Sonne ging langsam unter und wir hatten nur noch 14 km zu fahren. Langsam und übervorsichtig kamen wir in Tecalote an. Die nächste Überraschung, nur Silvia und Christoph mit ihrem Allrad LT45, standen am Strand. Sie haben sich zwei Jahre für ihre Reise Zeit genommen (www.mankei-travel.com). Nachdem wir unser Erlebnis geschildert und das Abendessen zu uns genommen hatten waren Bettina und ich froh alleine zu sein um das Ganze verdauen zu können. Von Weihnachtsstimmung konnte man bei uns nicht sprechen. Wir verbrachten einen weitern Tag in Tecalote. Fritz und Monika gesellten sich zu uns. Beiden sind bereits seit 5 Jahren, mit ihrem Landcruiser unterwegs und waren nur 3 Wochen in dieser Zeit in ihrer Heimat. Am Montag den 26. trafen wir uns mit Seniór Leon. Er begleitet uns zu einer Werkstatt in der unsere Abdeckkappen repariert werden sollten. Kurz gesagt, es gaben sich alle viel Mühe aber herausgekommen ist dabei wenig. Die reparierten Teile leckten weiter und wir setzten uns mit MAN-Mexico in Verbindung. Frau Hahn, Sekretärin der Geschäftsleitung, machte uns am Telefon nicht sehr große Hoffnung. Sie befinden sich gerade im Aufbau eigentlich werden dort nur Busse zusammengebaut und außerdem ist die Geschäftsleitung gerade in den Weihnachts-ferien. Einen Tag später bestätigte sich unsere Vermutung das MAN-Mexico leider nichts für uns tun kann. Ich frage mich warum MAN dann überhaupt diese Adresse angibt und damit wirbt einen weltweiten Service zu bieten. Ich war ziemlich angefressen. Bettinas Eltern nahmen die Sache in die Hand und setzten sich, auf Grund unserer Empfehlung, mit MAN Toni Maurer in Türkheim in Verbindung. Der Werkstattmeister kümmerte sich um alles und das Paket ging am Freitag den 30. mit DHL auf die Reise. Bereits am 02. war es in Mexico City und am 05. konnten wir es in La Paz abholen. Inzwischen trafen Sabine und Michael ein, die ihr Fahrzeug mit uns verschifft hatten (www.auf-achse.de) Wir freuten uns da wir die beiden schon länger nicht mehr gesehen hatten. Am 4 Jan. setzten sie ihre Reise fort. Am 6 Jan. trafen Sonja und Michael, mit ihrem blauen Unimog ein. Ich tauschte die erhaltenen Ersatzteile mit Michael aus und war froh um dessen Hilfe. Bei dieser Gelegenheit wechselten wir die Reifen ein weiteres mal durch. Schade das sie schon drei Tage später weiterfuhren. Am 29. Dez. setzten wir uns telefonisch mit der Versicherungsagentur in Verbindung die wiederum warten musste bis Kristin, die Sachbearbeiterin der Versicherungsgesellschaft, von ihrem Urlaub zurückkommt. Wir mailten 30 Fotos von unserm beschädigten MANi, schilderten ein weiteres mal den Unfallhergang und warten auf ein Gutachten von der Firma Bocklet  das von Kristin angefordert wurde. Die Versicherung hat sich seitdem nicht mehr gemeldet was mich veranlasst ein weiteres E-Mail zu schreiben. Das warten fällt uns in La Ventana nicht schwer. Ich kommen fast jeden Tag zum Kiten, die Sonne lächelt uns jeden Tag entgegen und wir sammeln Kraft für unsere weitern Abenteuer die uns auf dem Festland erwarten werden. Ende Januar wollen wir übersetzten.