Juma liegt hinter uns, ebenso der erste Teil unseres USA-Aufenthaltes. Wir näherten uns der mexikanischen Grenze mit mulmigen Gefühl. Der erste Schritt war das Imigration-Office der US-Amerikanischen Behörde, da wir unsere Visums los werden  mußten. Da sich das Büro nur auf der Seite, für Einreisende aus Mexiko, befindet kämpften wir gegen den Strom der Menschen an die in den USA ankamen. Uns wurde ein Zettel in die Hand gedrückt mit dem Vermerkt das wir eben unsere Visa abgeben möchten. In einem Wartezimmer zogen wir eine Nummer und verbrachten fast eine Stunde mit warten. Als wir an der Reihe waren entschuldigte sich der Beamte das wir so lange nicht an die Reihe gekommen sind. Wir wollten zurück zu unserem Womi das noch in den USA stand da wir aber kein Visum hatten wollte uns der Grenzbeamte nicht mehr durchlassen. Nach kurzer Rücksprach konnten wir ilegal für eine 1/2 Std. in die USA zurück. Jetzt war die mexikanische Grenze dran. Erst einmal links rausfahren und Pässe herzeigen. Alles war in Ordnung nur ich wollte einen Stempel damit wir uns legal für 6 Monate hier aufhalten dürfen außerdem mußten wir unser Fahrzeug registrieren lassen da wir noch auf das Festland wollen. Der Grenzbeamte hatte keine Ahnung wo wir diese Dinge herbekommen, wir sollten es einmal dort drüben versuchen. Wir machten uns auf den Weg in ein kleines Büro wo ein Fussbalspiel im Fernseher lief und eine etwas korpulente Dame in Uniform hinter einem Schreibtisch saß. Wir waren nicht sicher ob wir hier richtig waren aber nachdem wir uns mit Händen und Füssen verständlich gemacht hatten fanden wir heraus das wir im richtigen Büro waren. Die Uniformierte Staatsbedienstete wollte uns anfangs nur für drei Monate eine Aufenthaltsgenehmigung erteilen was aber nicht in unserem Interesse war. Ich fing an mit ihr zu handel. Ich sagte 6 Monate, sie sagte drei Monate, nach einiger Zeit holte sie ihren Chef und der erzählte uns was auf spanisch. Wir hatten keine Ahnung was aber die Frau holte einen Zettel aus ihrem Schreibtisch hervor den wir ausfüllen sollten. Wahrheitsgemäß ausgefüllt, gaben wir die Zettel zurück, bekamen daraufhin unsere ersehnten Stempel in den Pass und mußten aber noch zur Bank um für das Visum zu bezahlen. Bettina brachte in Erfahrung das wir hier gleich unser Auto noch registrieren lassen können. Wir waren in Mexico genau genommen in San Luis del Colorado. Mexico zeigte sich ersteinmal ohne Verkehrsschider was bedeutete das wir uns gleich einmal verfranst haben. Als wir die Strasse mit der #2 gefunden haben ging es erst einmal Richtung Mexicali. Vorbei an unzähligen Schrottplätzen, Baracken  und Müll kamen wir zu unserer ersten Militärkontrolle, die sich zwischen den Bundesstaaten Sonora und Baja California befindet. Nach längerem Warten wurden wir durchgewunken und setzten unsere Fahrt fort. Mexico zeigte sich eigentlich so wie wir es erwartet haben. Staubig, schmutzig und laut, vor allem je näher wir nach Mexicali kamen. Von dort ging es hinunter nach San Felipe einen, angeblich in  amerikanischer Hand liegenden Ort. Auf der Fahrt dort hin zeigte sich die Baja nach wie vor von ihrer trostlosen staubigen Seite hatte aber bereits einen gewissen Charm vorzuweisen. Die Sierra Las Pintas lag auf der rechten Seite von uns auf der linken eine topfebene Landschaft die bis zum Horizont reicht bzw. bis zum Golf von Californien. Wieder einmal Militärkontrolle aber diesesmal wollten die Soldaten unser Auto inspektieren was mich ein wenig nervte. San Felip zeigte sich verschlafen aber der Sprit mit umgerechnet 0,40 € pro Liter macht das Tanken bei den staatlichen Pemextankstellen wieder erträglich. Wir verbrachten drei Tage südlich von San Felipe und genossen die Einsamkeit, den langen Sandstrand und die Sonne. Wir blieben an der Küste und fuhren auf Wellblechpiste nach Puertecitos wo wir vergeblich nach heißen Quellen suchten. Die Küste wurde steiniger und die Straße noch schlechter. Die Landschaft wurde zunehmender lebensfeindlicher. Wir kamen uns vor wie in einem rießigen Steinbruch in dem niedriges kleines Gestrüpp wächst. Ockerfarben, überzogen mit einer grauen Staubschicht, harren diese Gewächse, gegen die Trockenheit und den Sonnenstrahlen, aus. Fahrzeuge kammen uns keine mehr entgegen und den Ruf den diese Straße hat wird sie fast gerecht was aus den herumliegenden Auspuffteilen, Reifen und Federteilen ersichtlich wird. Am Ars... der Welt eine weiter Militärkontrolle, diesmal nur Kabinentüre auf und eine Seitenklappe. Wir nähern uns dem  Parque National del Desierto Central de Baja California und unsere ersehnten Kakteen kamen zum Vorschein. Nach fast 200 Kilometern Wellblech traffen wir das erstemal auf die Mex1 und das verursachte bei uns schon mal schweißnasse Hände. Die Fahrbahn ist relativ schmal und einen Steitenstreifen gibt es generell nicht was bedeutet das man Fahrfehler möglichst vermeiden sollte da diese unwillkürlich im Straßengraben enden und das meist tödlich was die vielen Kreuze belegen. Wir machten einen Abstecher in die Bahia Los Angeles die uns von verschiedenen Seiten empfohlen wurde. Der Fischreichtum an dieser Küste muß wohl für jeden Angler ein Paradies sein. Wir waren fasziniert von der Landschaft und die Baja zeigt sich uns jetzt so wie wir sie uns vorgestellt haben. Kurz vor Guerrero Negro passieren wir die Grenze zur Baha California Sur (BCS) was für uns hieß wieder einmal Kontrolle aber diesemal wegen Früchte die nicht eingeführt werden dürfen da diese Fruchtfliegen enthalten könnten. Die Reifen wurden pro forma, gegen eine Gebühr von 20 Peso, besprüht und weiter ging es in den Süden der Baja. In Guerrero Negro hatten wir gehofft Grauwale besichtigen zu können aber die Saison beginnt erst am 15. Dez.  Wir durchquerten die Baja von West nach Ost und machten im Ort  San Ignacio Halt in der eine wunderschöne Oase liegt. Hier trafen wir Hans-Peter, der alleine mit seinem Landy unterwegs ist und irgendwann, so in 10 Jahren, die Welt umrundet haben möchte. Über San Rosalia ging es für uns zur Bahia Conception wo wir ein paar Tage blieben und Postkartenstellplätze fanden. Hier bekame wir ein besonderes Naturschauspiel zu sehen. Wellen die nachts flureszieren was angeblich durch eine bestimmte Algenart verursacht wird welche im Laufe des Tages in die Bucht gespült wurden. Der nächst größer Ort auf unserer Baja Tour war Loreto, der erste missionierte Ort auf der Halbinsel. Es lag wieder einmal eine Schotterpiste vor uns die zur Mission San Javier führte. Dies ist die zweitälteste Missionskirche die sich noch in ihrem original Zustand befindet. Der Weg dorthin ist unseres erachtens einer der schönsten auf der Baja, ich kam mir zeitweise vor als wären wir in Südamerika, das ich nur aus Filmen und Büchern kenne. Von hier ging es weiter auf Schotter bis zur Staatsstraße 53, die auf die Carretera Transpeninsular (Mex1) gelangt. In Punta Conejo wollten wir wieder an den Pazifik. Wieder 16 km Sand- und Schotterpiste was ca. 80 Min Fahrzeit bedeuten. Hier verbirgt sich ein kleines Paradies. Kilometerlange Sandstrände, grün-blaues Wasser, sauber brechende Wellen, in denen wir Fische beobachten konnten. Wir traffen unsere canadischen Freunde Matt und Nathan wieder und verbrachten ein paar nette Tage zusammen bevor es uns, bzw. mich, nach La Ventana zog. Hier soll es einen Spot gegeben der voll von Kitern ist. Es stimmte und wir werden vermutlich hier die nächsten Wochen bleiben.