_____________________________________________________________________ 3. Frühling

Am Mittwoch den 13.Mai sahen wir dann endlich die Atlantic Companion von der Angus Mac Donald Brücke aus wie sie sich langsam durch die beiden Stadtteile Dartmouth und Halifax zum neuen Containerhafen bewegte. Nach 30 Jahren Einsatz auf den Meeren der Welt sah sie nicht mehr taufrisch aus.

Es war kalt und extrem windig und so gaben wir alles um an Fotos zu kommen die die Einfahrt dokumentieren sollte. Hätten wir Handschuhe dabei gehabt wären diese unmittelbar zum Einsatz gekommen. Inzwischen haben wir eine Theorie aufgestellt denn uns kamen immer wieder Leute in kurzen Hosen und Flip Flops entgegen. Es existiert ein ungeschriebenes Gesetz das besagt ab den 1. Mai sind lange Hosen und Schuhe mit Socken uncool.

Also sind wir uncool. Scheiß drauf Hauptsache uns friert es nicht. >>

Reiseroute von 15.05. bis 26.05.2015
Reiseroute von 15.05. bis 26.05.2015

Ausnahmsweise konnten wir am Donnerstag dann unseren Leopold unbeschadet in Empfang nehmen. Eigentlich wäre die Abholung erst am Freitag möglich gewesen aber die Besatzungsmitglieder von 28 Wohnmobilen mussten abgefertigt werden, da am Wochenende im Hafen nicht gearbeitet wird und am Montag Victoriasday ansteht, also ein Feiertag. Uns war es nur recht.

Nach dem wir alles erledigt hatten, Gas und Diesel tanken so wie einkaufen mussten wir noch unseren bereits reparierten Rucksack bei Marion und Fred abholen. Die erste Nacht konnten wir in der Einfahrt vom Nachbargrundstück verbringen denn das Haus wird gerade verkauft.

Die darauf folgenden Tage brachten uns über Peggys Cove und Lunenburg, auf der Lighthouseroute, bis nach Liverpool das etwa vor 250 Jahren Berühmtheit erlangte durch gesetzlich legimetierte Freibeuter. 1/3 der ergaunerten Beute ging an die Stadt, 1/3 an die Krone und 1/3 teilte sich der Kapitän mit der Mannschaft. Wie das Verhältnis der Aufteilung hierbei aussah ist nicht überliefert.

Nach Sardinien und Deutschland erleben wir hier in Kanada den 3. Frühling in diesem Jahr. Alles sprießt und blüht denn der Winter war lang und der Sommer wird kurz sein.

Leider wurde uns in der vierte Nacht, bei Bayswater, die Reiselust so richtig verhagelt. Wir standen am Waldrand, in einer Stichstraße. Man muss schon gezielt dort hinfahren um diesen Platz zu erreichen. Gegen 3 Uhr morgens wachte ich auf, vernahm ein kurzes Stimmengewirr und eine Sekunde später tat es einen lauten Knall. Ich dachte erst es hat jemand in die Luft geschossen um uns zu erschrecken. Bettina hatte die Leute schon etwas früher wahr genommen und vermutete, dass betrunkene Jungendliche Idioten um unser Fahrzeug schleichen.

Das Einschlafen viel uns erst einmal schwer. Bettina mehr als mir. Am nächsten Morgen schaute ich Leopold etwas näher an und sah auf der linken Seite ein etwa 3x5 cm großes Loch in der Gfk-Außenhaut. Mit irgend einem Gegenstand haben diese Vollpfosten unseren Lepold attackiert. Ich war angefressen und das an unserem 25 jährigen Hochzeitstag. Das ganze hat leider einen etwas bitteren Beigeschmack hinterlassen.

Inzwischen ist der Ärger fast verflogen und die Stelle, so weit es mir möglich war, repariert.

Bettina meint man sieht nichts mehr davon.

Über den Kejimkujik NP, hier waren wir sehr sportlich, ich 16 Kilometer Laufen und am nächsten Tag mit Bettina 50 km Radfahren, wollten wir hinaus nach Long Island um den Balancing Rock Trail zu machen.

Über die Digby Neck zurück nach Digby, auf die 1 und hoch Richtung Nord-Osten, denn das nächste Ziel sollte Cap Split sein. Wir machten eine 16 Kilometer Wanderung gleich zweimal. Einmal bei Flut und am darauf folgenden Tag bei Ebbe denn erst dann ist es möglich auf den Strand zu gelangen und die bis 230m hohen Klippen von unten zu sehen.

Einen Tag vorher fing jetzt auch noch Leopold zu schwächeln an denn die Vorglühlampe im Armaturenbrett leuchtet, kurz nach dem Starten, permanent gelb auf. Nach einem Telefonat mit der Fa. Maurer ist jetzt auch geklärt wo das Problem zu suchen ist, ich hatte es fast vermutet dass es sich hierbei um die Flammkerze oder einem Relais handeln könnte. Die Ersatzteile werden auf den Weg nach Halifax gebracht. Ersatzteilkosten 100,- Euro, Frachtkosten 150,- Euro!!!!, Zoll 31,- Dollar

Inzwischen frage ich mich ob die vielen guten Wünsche die uns entgegengebracht wurden ihr Ziel noch nicht erreicht haben. Irgendwie hapert es damit noch ein wenig.

Die Teile sind am Freitagnachmittag noch bei Marion und Fred eingetroffen und zwei Stunden später habe ich die Flammkerze auf einem Campingplatz noch in Halifax ausgetauscht.

4 Kommentare